Böses Erwachen
Ich war friedlich und nichtsahnend in meinem Bett in meinem eigenen Haus eingeschlafen (irgendwie kann ich das immer noch nicht fassen, ein eigenes Haus!) um dann seltsam zu träumen. Obwohl es irgendwie nicht wie ein Traum vorkam, viel zu real war es. Dunkel, tiefe absolute Dunkelheit und ein Zustand absoluter Ruhe, als würde ganz Dere den Atem anhalten. So schrecklich das auch war, das Erwachen war schlimmer. Ich lag nämlich an einem Strand - das Nachthemd mit ich zu Bett gegangen war hatte ich noch an, nur war es jetzt total zerfetzt und mitgenommen. Wie nach einem Schiffbruch war es, auch die beiden Geweihten waren da in ähnlichem Zustand. Ich war ja noch nie am Meer, aber Alricio meinte wir wären wohl sehr weit südlich, in tropischen Gefilden, den Pflanzen nach zu urteilen. Wir hatten alle einen bösen Sonnenbrand, Haut und Haare waren salzverkrustet und einen schrecklichen Durst hatte ich auch.

Nedime war nicht zu sehen, dafür ein junger Mann namens Gwyn. Ein merkwürdiger Bursche, nicht sehr vertrauenerweckend, mit seinen roten Haaren und den Blicken als ob er was zu verbergen hätte.

Wir haben uns dann aufgemacht die Gegend zu erkunden. Glücklicherweise haben wir gleich etwas zu essen gefunden: Bananen. Die kannte ich bisher nur aus Büchern, sie stillen den Hunger auch wenn man die Schale nicht mitessen sollte. Wir sind durch die dichten Bäume bergan und haben einen Bach gefunden der schließlich zu einem See führt. Wohl noch nie habe ich ein Bad so genossen! Mittlerweile hatte ich mich auch daran gewöhnt nur mit einem abgerissenen Nachthemd bekleidet zu sein, aber der Anblick eines äußerst mangelhaft bekleideten Zwergen war schon... seltsam. Wir sind dann weiter bergan (Perim meinte es sei ein erloschener Vulkan) um uns umzusehen. Es war wohl eine Insel auf der wir waren, andere Eilande unterschiedlicher Größe waren zu sehen.

Es war mittlerweile später Nachmittag, wir machten uns schon Gedanken über ein Nachtlager, als plötzlich aus der Ferne Trommelgeräusch zu hören war. Gwyn meint es wären ungefähr 30 Leute in kleinen Booten angekommen. Diese schienen näher zu kommen, denn die Trommeln wurden immer lauter. Aus sicherer Entfernung sehen wir wie die Gruppe Mohas (jedenfalls sehen sie so aus – ich hab ja schon ein, zwei Mal welche gesehen) ein großes Lagerfeuer entzündet wird und eine mit Speeren bewaffnete Männer dort tanzen. Gleichzeitig dringt ein betörender Geruch sogar bis zu uns. Der Tanz und die Trommeln werden immer leidenschaftlicher, bis schließlich den Geräuschen nach Rahja gehuldigt wird.

Gwyn versteckt sich – die Trommeln und alles andere erschrecken ihn wohl. Perim schleicht sich näher und auch ich kann meine Neugier nicht mehr im Zaume halten. Auf einmal erscheinen vier Zwerge vor Perim, darunter ein weiblicher, und er lässt sich von ihnen verführen. Auch mich umgarnen einige Speerträger bis ich dieser Versuchung nicht mehr widerstehen kann. Ich bin zwar wie im Rausch und achte kaum auf meine Umgebung, ich meine jedoch am Feuer neben den Eingeborenen auch Menschen mittelländischen Aussehens gesehen zu haben, die jedoch auch ausschauen wie Schiffbrüchige.

Am nächsten Morgen sind wir vier alleine – die Wilden sind weg. Unten am Strand finden sich aber drei Leichen und die sehen nicht wie Mohas aus! Sind das die Mittelländer die ich gestern gesehen habe? Sie wiesen Verletzungen wie durch einen Dolch auf, ob sie daran gestorben sind ist so nicht festzustellen.

Dann hatten wir alle merkwürdige intensive Träume. Mir erschien eine weibliche Gestalt mit Kornähre in der Hand welche mir einen Auftrag erteilt. Ich soll auf dieser Insel eine als ausgestorben geltende Pflanze suchen und sie erneut der Welt zugänglich machen. Auch den anderen erscheinen Götter mit Aufträgen.

Mühevoll begraben wir die Toten und es wird ein Grabsegen gesprochen. Mittlerweile kann Gwyn Kokosnüsse ernten und schafft es auch sie zu öffnen – schmeckt sehr ungewohnt, aber es stillt den Durst und den Hunger.
Session: Eine Insel... - Monday, May 11 2015 from 5:00 PM to 9:00 PM
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